Theaterprojekt an der Heynlinschule: Miteinander der Generationen

Nico Roller

Neue Wege in Sachen Theaterpädagogik geht man an der Steiner Heynlinschule. Seit diesem Jahr gibt es dort nämlich ein Theaterprojekt, das die Grenze zwischen den Generationen überspringen soll. Unter der kompetenten Anleitung von Theaterpädagogin Dagmar Brade bringen acht Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse gemeinsam mit zwei erwachsenen Mitspielerinnen ein an den „Räuber Hotzenplotz“ von Ottfried Preußler angelehntes Stück zur Aufführung, das sie selbst geschrieben haben.

„Wir versuchen immer, die Stücke an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen“, sagt Brade, die bereits seit rund zwölf Jahren an der Heynlinschule tätig ist. Damals habe die Schule jemanden gesucht, der die Theaterarbeit übernehmen konnte. Seither hat sie zusammen mit den Schülern unzählige Produktionen auf die Beine gestellt. „Man könnte sagen, das Theater an der Heynlinschule ist zu einer liebgewonnenen Tradition geworden“, sagt sie augenzwinkernd.

Im vergangenen Jahr habe man die Idee gehabt, ein generationsübergreifendes Theaterprojekt ins Leben zu rufen. Nachdem in der Bevölkerung ein entsprechender Aufruf gestartet worden war, haben sich zwei mutige Interessierte gemeldet, die zusammen mit den Grundschülern Theater spielen wollten. „Beide Seiten zeigten große Offenheit“, berichtet Brade, und so habe das Miteinander von Schülern und Erwachsenen von Anfang an problemlos geklappt. Beim gemeinsamen Proben konnten beide Seiten das eine oder andere voneinander lernen: „So haben zum Beispiel einerseits die Erwachsenen den Ideenreichtum und die Spontaneität der Kinder erfahren und andererseits haben die Kinder gemerkt, dass Erwachsene auch Spaß an der Verwandlung haben können“, weiß Brade.

Auch die obligatorische Generalprobe ist an der Steiner Heynlinschule etwas Besonderes: Geprobt wird nämlich nicht etwa hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sondern gemeinsam mit Senioren aus der Umgebung. Dann kommen rund 20 ältere Menschen aus Altenheimen in der Umgebung für ein paar Stunden in der Aula der Schule zusammen, um bei Kaffee und Kuchen zu bestaunen, was die Theater-AG für sie vorbereitet hat. „Ich denke, es ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, ein gutes Miteinander von Alt und Jung zu schaffen“, sagt die stellvertretende Rektorin Stefanie Mühlschlegel.

Und auch die Senioren freuen sich immer riesig auf den unterhaltsamen Nachmittag, wie Dagmar Wimmer vom Altenpflegeheim Schauinsland in Eisingen weiß: „Unsere Bewohner haben große Freude daran, gemeinsam mit netten Leuten ein paar schöne Stunden zu verbringen.“ Den selbstgebackenen Kuchen für diesen Nachmittag spenden regelmäßig die Steiner Landfrauen. „Die Kooperation mit der Schule haben wir über Jahre hinweg perfektioniert, sodass sie mittlerweile Hand in Hand geht“, berichtet die Vorsitzende Hannelies Mössner, die gemeinsam mit zehn weiteren Helferinnen vor Ort ist. Ein Auftritt der ZUMBA-Gruppe rundet das Programm ab. „Beim ZUMBA können die Kinder spielerisch den Spaß an der Bewegung entdecken“, sagt Gruppenleiterin Stefanie Rogers. Und auch die Trommel-AG um Daniel Awounou ist mit von der Partie. „Trommeln fördert Konzentration, Koordination und das Zusammenspielen“, erklärt er.

Text und Fotos: Nico Roller

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