Ein Sprung ins kalte Wasser

Carolin Krauth ist neue Rektorin der Steiner Heynlinschule / Start klappt trotz Corona gut

Nico Roller

Auch wenn durch die Corona-Krise momentan alles etwas anders ist als sonst, auch wenn Lehrer momentan vor besonders großen Herausforderungen stehen und sich die Verordnungen teilweise nur mit viel Mühe in die Tat umsetzen lassen: Carolin Krauth freut sich auf ihre Arbeit und hat jeden Tag aufs Neue Spaß daran.

Seit den Osterferien ist sie die neue Rektorin der Steiner Heynlinschule. „Das ist zwar momentan ein Sprung ins kalte Wasser, der aber auch viele Vorteile hat“, sagt die 42-Jährige: „Ich habe die Möglichkeit, die Kollegen auf eine Art und Weise kennenzulernen, wie man sie sonst erst nach Jahren kennenlernt.“ Durch den verstärkten Austausch erfahre sie zum Beispiel viel über den privaten Hintergrund. Das 40-köpfige Kollegium sei sehr aufgeschlossen und tue wirklich alles, um die aktuelle Situation zu meistern, sagt Krauth, die morgens nicht allein zur Arbeit kommt, sondern mit Lina, einem großen Schweizersennenhundmischling. Damit setzt sie gewissermaßen eine Tradition fort, denn einen Schulhund gibt es an der Heynlinschule schon seit einigen Jahren.

Ihre Hündin hatte Krauth auch an der Kieselbronner Grundschule immer dabei, wo sie acht Jahre lang Rektorin war. Davor hatte sie in Langensteinbach und in Mühlacker unterrichtet. Nachdem sie in Kieselbronn die Digitalisierung erfolgreich vorangetrieben hat, will sie das nun auch in Stein tun – zielgruppenorientiert und so, dass die Schüler auch mit Blick auf ihr Berufsleben wirklich etwas davon haben. Krauth will die knapp 400 Schüler einbinden in die Schulentwicklung und in Prozesse, sie will ihre Bedürfnisse direkt mit ihnen auf Augenhöhe besprechen. Die Grund- und Werkrealschule soll auch weiterhin ein Teil des Ortes und der Dorfgemeinschaft sein. Sie soll sich zeigen, etwa durch Veranstaltungen und Kooperationen. In diesem Zusammenhang sieht Krauth auch die Berufsorientierung, die an der Schule schon seit vielen Jahren groß geschrieben und unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Bildungspartnern aus der Region umgesetzt wird.

Nicht nur sie soll fortgeführt werden, sondern auch die Kooperationen mit der Königsbacher Johannes-Schoch-Schule, mit dem Förderverein und mit dem Schulträger. Mit letzterem stimmt sich die neue Rektorin in der aktuellen Situation mehr denn je ab. Nach den Pfingstferien sollen nämlich alle Klassen in die Schule zurückkehren – aber nicht alle gleichzeitig, sondern abwechselnd in einem ausgeklügelten System. „Die größte Herausforderung ist momentan, die Eltern ins Boot zu holen und auf dem Laufenden zu halten“, berichtet Krauth. Aber auch das gelinge in der Regel sehr gut. Man sei froh, dass die seit rund anderthalb Jahren vakante Schulleiterstelle wieder besetzt werden konnte, sagt Bürgermeister Heiko Genthner: „Wir freuen uns, dass das Team wieder komplett ist – gerade in diesen herausfordernden Zeiten.“ Planbarkeit sei momentan leider nur bedingt gegeben, weil sich die Verordnungen ständig ändern würden, sagt Genthner. Wenn die Corona-Krise überstanden ist, hofft man, dass der geplante Neubau der Sporthalle reibungslos über die Bühne geht. Wenn alles gut läuft, könnte 2021 Baubeginn sein.

Text und Bild: Nico Roller

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