Eine Gemeinschaftsleistung

Steiner Heynlinschüler spielen Theater und machen Musik für Seniorenheime der Umgebung

Nico Roller

Sie tanzen mit Tüchern und Schirmen, verstecken sich in einem Kühlschrank aus Pappe, spielen Gitarre, singen Lieder und gehen als Schauspieler voll in ihren Rollen auf: Zahlreiche Kinder der Steiner Heynlinschule stehen am Dienstagnachmittag auf der Bühne. Für rund 50 Senioren führen sie ein Theaterstück auf, das sie in den zurückliegenden Wochen und Monaten einstudiert haben. Ein Stück, in dem sich alles um das Thema Wasser dreht. Ein Element, das nützlich und fröhlich, aber auch zerstörerisch und gefährlich sein kann. Die Schüler stellen verschiedene Aggregatzustände dar, spielen Wassertropfen, Dampf und Hagelkörner. „Die Texte haben die Kinder größtenteils selbst geschrieben“, erklärt Dagmar Brade. Sie ist Theater-Regisseurin und leitet die Theater-Arbeitsgemeinschaft der Schule.

Das Stück sei eine Gemeinschaftsleistung, sagt sie. Denn neben der Theater-AG sind auch die Kinder des von Alexandra Stutz geleiteten Grundschulchors, die Musiker der von Roman Rothen geleiteten Gitarren-AG und die von Jonathan Wälde trainierte Tanz-AG mit von der Partie. Letztere existiert erst seit wenigen Monaten und richtet sich an Jungen und Mädchen. „Es geht hier nicht um perfekte Choreographien“, sagt Wälde, „sondern um die Freude an der Bewegung“.

Gut eine Stunde lang stehen Schauspieler und Tänzer, Musiker und Sänger zusammen auf der Bühne. Ihre Zuschauer, Senioren aus der Umgebung, sind begeistert und spenden immer wieder viel Beifall. Sie kommen von zwei Altenpflegeheimen und von der Tagespflege. „Unsere Bewohner freuen sich sehr“, sagt Betreuungsassistentin Ilona Liu vom Seniorenheim „Schauinsland“: „Wenn sie hören, es geht in die Heynlinschule, dann sind sie immer gerne dabei.“

An langen Tafeln nehmen sie in der Aula der Schule Platz und genießen neben dem Theaterstück auch die Torten und Kuchen, die die Steiner Landfrauen für sie gebacken haben. Schüler der siebten und der neunten Klasse kümmern sich um die Bewirtung, viele davon ehrenamtlich außerhalb der Unterrichtszeiten. „Jeder, der hier eingebunden ist, profitiert davon“, sagt Stefanie Mühlschlegel. Für die Konrektorin ist der Theaternachmittag für Senioren eine Herzensangelegenheit. Sie findet es wichtig, den Austausch zwischen den Generationen zu fördern und die Schule im Ort zu verwurzeln. Damit schaffe man eine Abwechslung zum Schulalltag und gebe den Schülern Gelegenheit, ihre Talente zu zeigen, sich in ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln, Erfahrungen zu sammeln und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Förderverein.

Nico Roller

 

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